Freitag , 18 August 2017
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Truppenabzug: Ein Bundeswehr-Lager wird in Kleinteile zerlegt

Truppenabzug – Der Geldautomat muss weg, das Postamt auch: Die Bundeswehr plant ihren Abzug aus Afghanistan. Wie verpackt man ein Feldlager in Kisten?

Acht Jahre lang sind deutsche Soldaten nach Faizabad gekommen. Sie haben Panzer und Fahrräder mitgebracht. Sie haben Mauern gezogen, Container aufgestellt, ein Lager errichtet und es zweimal erweitert. Krankenhaus, Kirche, Postamt, Geldautomat, Grillplatz, Beachvolleyball-Feld: Das alles muss jetzt wieder weg. Das Soldaten-Lager passt in 350 Seecontainer und 112 Fahrzeuge.

Faizabad ist das erste große Feldlager der Bundeswehr, das geschlossen wird. Es ist ein Lackmustest für die deutschen Soldaten, der Ende Oktober beendet sein soll. Bis Ende 2014 sollen dann alle Kampftruppen das Land verlassen haben.

“Eine Oase” in Afghanistan

Der Mann, der den Abbau koordiniert, steht vor seinem Büro, einem geschützten Container, und raucht. Es ist vier Uhr nachmittags in Afghanistan, die gröbste Hitze des Tages ist vorüber: Knapp vierzig Grad, die Luft steht. Die vierzig Spezialkräfte, die Rainer Barth für den Abbau mit nach Faizabad gebracht hat, arbeiten an diesem Tag bereits seit neun Stunden. Sie bauen Holzgestelle auseinander, decken Dächer ab und zerlegen Container.

Rainer Barth ist zum vierten Mal hier, er hängt an “seinem” Lager, wie er sagt. Es liegt im äußersten Norden Afghanistans, 1.200 Meter über dem Meeresspiegel, umgeben von hohen Gebirgsketten, die sich je nach Jahreszeit sandgelb, schneeweiß oder saftig grün färben. “Eine Oase”, sagt der Kommandeur. “Theoretisch ein perfekter Urlaubsort”, finden Soldaten. Noch sind in Faizabad etwa 250 Bundeswehr-Angehörige stationiert. Jeder kennt jeden, fast alle duzen sich.

“Was habt ihr heute wieder kaputtgemacht?”

An Barths Seite arbeitet Marius Plinke, der Logistiker in Faizabad. Plinke plant, wann etwas abgebaut werden soll, Barth sorgt dafür, dass es auch tatsächlich passiert. Beide müssen sich vor allem über die richtige Reihenfolge des Rückbaus Gedanken machen: Einerseits muss möglichst viel möglichst früh abgebaut werden. Andererseits sollen alle “Fähigkeiten” im Lager möglichst lange erhalten bleiben: Verpflegung, Sicherheitsanlagen, ärztliche Versorgung, die Wachen.

Vollständiger Bericht mit Videobeitrag:
Zeit.de – Ein Bundeswehr-Lager wird in Kleinteile zerlegt

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