Montag , 24 Juli 2017
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Ruf nach Wiederauferstehung Mujaheddin wird immer lauter

Kabul – Ein Selbstmordattentäter drang weitestgehend ungehindert zu Fuß in die am stärksten bewachteste Gegend, dem Botschafterviertel in Kabul, ein und sprengt sich in unmittelbarer Nähe zu zahlreichen Botschaften und dem NATO Hauptquartier mithilfe eines Bombengürtels in die Luft und tötet bei diesem Anschlag sechs afghanische Zivilisten, darunter auch Kinder. So geschehen vor etwa zwei Wochen.

Das Attentat erfolgte zeitgleich während einer Gedenkfeier für den im Jahr 2001, ebenfalls durch Selbstmordattentäter, getöteten Mujaheddin Kommandanten der damaligen Nord-Allianz Ahmad Shah Massoud. Aufgrund der Gedenkfeierveranstaltung wurden die ohnehin hohen Sicherheitsmaßnahmen in ganzen Teilen in Kabul nochmal erhöht, dennoch kam es zu diesem Vorfall. Neben diesem Vorfall kam es auch zu weiteren gewalttätigen Ausschreitungen zwischen verschiedene ethnischen Gruppen in Kabul bei dem Polizei-Wachposten und Autos in Brand gesetzt wurden. Hierbei kamen mindestens zwei weitere Menschen ums Leben.

Dem Selbstmordattentat fielen zwar keine Ausländer zum Opfer aber es zeigt erneut die instabile Sicherheitslage und die Möglichkeiten von Aufständischen solche Gewaltakte selbst in den vermeintlich sichersten Gegenden in Kabul verüben zu können. Später übernahmen die Taliban die Verantwortung für diesen Anschlag und teilten mit, dass das Ziel das CIA Quartier war welches sich ebenfalls in der Nähe des Attentats befindet. James Graybeal, Sprecher der ISAF, schnitt das Thema mit folgender Aussage ab: “Wir halten es nicht für angebracht über die Zielabsichten der Taliban zu sprechen”.
Das Innenministerium teilte mit, dass sechs Menschen bei dem Angriff getötet und vier weitere verletzt wurden. Aber das Szenario nach der Bombardierung stellt die vom Innenministerium mitgeteilten Informationen über Tote und verletzte in Frage. Es lagen die Leichen von sechs Kindern und zwei Erwachsenen ausgestreckt unter Bäumen auf der gegenüberliegenden Strassenseite der spanischen Botschaft und der Residenz des indischen Botschafters. Unter den toten Kindern waren zwei Schwestern. Augenzeugen berichten, dass die Zahl der Toten noch weit höher ist als wie vermeldet. Unmittelbar nach der Bombenexplosion entfernte die Polizei die ersten Opferleichen vom Tatort. Abdul Jamil, Augenzeuge des Selbstmordanschlages, sagte: “Ich sah etwa 12 Leichen, allesamt Zivilisten und ich sah ein kleines Mädchen, dessen beide Beine wegen der Explosion vollständig abgetrennt von Oberkörper waren. Sie wurde mit einem Transportfahrzeug der Polizei sofort weg gebracht.”

Der stellvertretende Chef der Kabuler Polizei, General Daoud Amin, sagte in einer ersten Erklärung, dass es sich bei dem Angreifer wohl um einen Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahre handelte. Die Taliban hingegen behaupten, dass es sich bei dem Selbstmordattentäter um einen erwachsenen Mann im Alter von 28 Jahren aus der Provinz Logar handelte. “Die erfolgreiche Durchführung eines so wichtigen Angriffes auf ein CIA Quartier im Herzen von Kabul und in der am besten bewachtesten Gegend in Kabul ist keine Aktion die ein 12 jähriger Junge hätte durchführen können”, so Zabiullah Mujahid, Sprecher der Taliban.

“Wenn die afghanischen Sicherheitskräfte nicht im Stande sind die Lage unter Kontrolle zu bekommen und für Sicherheit zu sorgen, dann wird es wieder Zeit für die Mujaheddin”, sagt Marshall Muhammad Qasim Fahim, der erste Vizepräsident von Afghanistan anläßlich einer großen Veranstaltung mit etwa 1.000 Teilnehmern die zeitgleich stattfand und bei der auch zahlreiche Warlords und ehemalige Mujaheddins zugegen waren.

Ein weiterer ehemaliger Warlord, Abdul Rab Rassoul Sayyaf, äußerte sich ebenfalls auf dieser Veranstaltung zu dieser Gewaltaktion und sagte, dass die Regierung offenbar keinen Respekt genießt und fordert die Regierung auf mit Härte durchzugreifen. “Man kann nicht durch bitten und betteln Frieden und Sicherheit erreichen” fügt er hinzu.

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