Mittwoch , 26 Juli 2017
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Offenbarungseid am Hindukusch

U.S. Marines walk at Camp Dwyer in Helmand Province July 2, 2009. Thousands of U.S. Marines stormed deep into Taliban territory in an Afghan river valley on Thursday, launching the biggest military offensive of Barack Obama's presidency. The Marines say Operation Khanjar, or Strike of the Sword, will be decisive and is intended to seize virtually the entire lower Helmand River valley, the heartland of the Taliban insurgency and the world's biggest opium poppy producing region.  REUTERS/Ahmad

REUTERS/Ahmad

Die geplanten Verhandlungen der USA mit den Taliban zeigen: Der Krieg in Afghanistan ist für den Westen verloren

Von Thomas Frankenfeld

Anfang April des Jahres 2007 ließ Kurt Beck, damals SPD-Vorsitzender, eine Bombe platzen. Der behäbige Pfälzer regte eine Afghanistan-Konferenz unter Beteiligung auch der radikalen Taliban-Miliz an. Prompt erntete Beck Hohn und Kritik von Berlin bis Kabul und wurde von einer großen deutschen Zeitung gar als “Karnevalist” verspottet, den man mit einem “Narrhallamarsch” ehren sollte. Aus damaliger Sicht noch nachvollziehbar: Hatte sich der Westen doch vorgenommen, das notorische Bürgerkriegsland am Hindukusch zu demokratischer Reife und pluralistischer Offenheit zu erziehen.

Doch nach dem Sturz der Taliban-Herrschaft durch die USA und einem multimilliarden Dollar teuren Versuch, die in verfeindete Ethnien und Stämme zersplitterten Afghanen zu Demokratie und Wohlstand zu führen, schickt sich die US-Regierung nun tatsächlich an, mit den Taliban zu verhandeln. Und zwar weitgehend an einer düpierten afghanischen Regierung unter Präsident Hamid Karsai vorbei. Zähneknirschend erklärte sich Karsai damit einverstanden, als ohnehin nichts mehr zu ändern war. Er musste es hinnehmen, dass die Taliban im Golfemirat Katar ein “Verbindungsbüro” etablierten, an dessen Tür der Name “Islamisches Emirat Afghanistan” prangte – so hieß das Land während der Terror-Herrschaft der radikalislamischen Miliz zwischen 1996 und 2001. Wer ihrer intoleranten und perversen Auslegung des Islam nicht Folge leistete, musste damit rechnen, gefoltert und hingerichtet zu werden. Frauen erhielten ein Berufsverbot, wurden in die mobilen Gefängnisse der Burka gesperrt und kaum besser als Nutzvieh behandelt. >> weiterlesen

Vollständiger Bericht und Quelle:
Hamburger Abendblatt – Offenbarungseid am Hindukusch

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