Mittwoch , 28 Juni 2017
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Mullah Omar ruft zum Boykott der Kabul Konferenz islamischer Gelehrter auf


 

Da der Druck der auf die demnächst in Kabul geplante Zusammenkunft islamischer Gelehrter lastet, nicht schon groß genug ist, erschien am Mittwoch Abend Mullah Omar mit einer Botschaft die direkt an die Besucher der Konferenz gerichtet war. Mullah Omar verurteilt die Zusammenkunft und fordert die Gelehrten auf nicht an der Konferenz teil zu nehmen.

Bei einem Besuch des Hohen Friedensrates in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad im vergangenen Monat, wurde in den Gesprächen vereinbart, dass man um den Friedensprozeß zu stärken, demnächst in Kabul eine Konferenz islamischer Gelehrter organisiert.
Eingeladen zu der Konferenz sind die islamischen Gelehrten aus dem ganzen Land sowie eine Reihe von bekannten islamischen Gelehrten und Theologen aus Saudi Arabien, Ägypten, Indien, Pakistan.

Die einberaumte Ulema verfüge zudem über die Authorität eine Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) zu erlassen. Eines der Hauptziele dieser Konferenz ist, es eine Fatwa zu erlassen wonach Selbstmordattentate dann als Haram (Verbot, Tabu im Islam) gelten. Die Aussicht auf Erlaß einer solchen Fatwa im Beisein zahlreicher Gelehrten ist demnach sehr wahrscheinlich.

In seiner Ansage am Mittwoch Abend den hiesigen Medienanstalten zugespielt wurde, warnte Mullah Omar die Geistlichen das sie sich “Gegenüber Gott dafür verantworten müssen” und drohte ihnen ebenso damit das sie ihr Ansehen innerhalb ihrer Glaubensgemeinde verlieren würden, sollten sie sich der Konferenz anschließen.

“Die Konferenz, die zum Ziel hat eine Fatwa zu erlassen nach der Selbstmordattentate als Haram eingestuft werden, würde den Friedensprozeß enorm stärken und könnte den Taliban zugleich großen Schaden zufügen und genau dessen ist sich Mullah Omar bewußt und versucht die religiösen Führer von der Konferenz fern zu halten”, sagt der islamische Gelehrte Abdulhadi Hedayat.

“Niemand und keine Gruppe hat das Recht religiöse Gelehrte davon abzuhalten an Konferenzen teilzunehmen, sich Friedensbemühungen anzuschliessen, Ratschläge und Fatwas zu erlassen und sich für die islamischen Werte und Prinzipien einzusetzen”, sagt Shahzada Shahid, Mitglied des Hohen Friedensrates und der afghanischen Ratsversammlung.

Der ehemalige Taliban-Führer Sayed Akbar Agha sagte gegenüber dem lokalen Nachrichtensender Tolonews “Die Konferenz wird ein (gutes) Ergebnis erzielen, sofern alle religiösen Gelehrten unparteiisch sind.”

Der Großmufti von Saudi-Arabien, Abdul Aziz ibn Abdullah Al ash-Sheikh, erwähnte in seiner letzten Hadsch-Predigt am Tag Arafat, dass Selbstmordanschläge haram und mit den Lehren und Prinzipien des Islam nicht vereinbar sind, sowie das all jene die solche Selbstmordattentate begehen keine Vergebung durch Gott erfahren werden.

Originalbeitrag in englisch:
Tolonews – Mullah Omar opposes Kabul Meeting of islamic Scholars

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