Mittwoch , 26 Juli 2017
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Machtverhältnisse am Hindukusch

Afghanistans Präsident Karzai befindet sich gegenwärtig in Washington. Nach dem Treffen mit Barack Obama ließ dieser verlauten, dass die USA in Zukunft nur noch eine „Unterstützerrolle“ am Hindukusch spielen werden. Wer jedoch denkt, dass Afghanistan bald unabhängig und eigenständig wird und dass die Amerikaner sich komplett zurückziehen werden, ist mehr als nur naiv.

Seit mehr als einem Jahrzehnt befinden sich fremde Soldaten am Hindukusch. Die Afghanistan-Intervention des Westens kann man als ein einziges Chaos bezeichnen. Unmittelbar nach den Anschlägen des 11. Septembers wurde das Taliban-Regime um Mullah Omar angegriffen und zeitweilig vertrieben, indem man sich mit blutrünstigen Warlords der Nordallianz zusammenschloss. DerDrogenanbau, der unter den Taliban brach lag, begann zu florieren. Mittlerweile stammen nahezu fünfundneunzig Prozent des weltweiten Opiums aus Afghanistan. Währenddessen betrieb der afghanische Präsident fleißig Vetternwirtschaft und die Warlords sitzen mit vollen Taschen im Parlament. Die US-Soldaten in Afghanistan machten ihren Ruf alle „Ehre“, indem sie immer wieder mit Vergewaltigungen, Leichenschändungen und Massenmorden auf sich aufmerksam machten. Ihr „Commander in Chief“, der Präsident höchstpersönlich, erhielt im Schatten dieser Ereignisse den Friedensnobelpreis. Als „Dank“ dafür verschärfte er seinen ganz persönlichen Drohnen-Krieg im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet.

Ob Karzai und Obama über all diese Themen gesprochen haben, weiß man nicht. Man wird es auch nie erfahren. Stattdessen schüttelte man sich vor den Kameras die Hände und sprach von „Unterstützung“, von einem „ursprünglichen Ziel“ und sogar von einer „afghanischen Souveränität“. Im Anbetracht der Realität in Afghanistan können diese Worte nur ein schlechter Scherz sein. Der zentralasiatische Staat gehört schon längst du den Opfern der neokolonialistischen US-Politik, die auf alles mögliche abzielt, nur nicht auf eine Unabhängigkeit. Allein die errichteten Militärbasen der Amerikaner sprechen für sich. Die zwei Hauptbasen befinden sich gegenwärtig in Bagram und in Kandahar. In beiden Lagern werden tagtäglich Menschenrechte gebrochen, hauptsächlich durch Folter.

Vollständiger Bericht und Quelle:
Emran Feroz´s Blog – Machtverhältnisse am Hindukusch

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