Freitag , 23 Juni 2017
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Ashraf Ghani Ahmadzai: Afghanistan steuert in ungewisse Zukunft

Das Land Afghanistan wird nach 2014 mit den größten Bedrohungen konfrontiert werden, sollten die afghanischen Sicherheitskräfte bis dahin nicht vollständig ausgebildet und ausgerüstet sein, teilte heute Ashraf Ghani Ahmadzai, Leiter der Übergangskommission, mit.

Im Rahmen eines Exklusiv-Interviews mit dem Nachrichtensender Tolonews fügte er hinzu, dass die nationale Identität des Landes stark in Gefahr sei und einige der benachbarten Länder bereits auf den Zusammenbruch der Regierung spekulieren. “Wir stehen vor der großen Gefahr unsere nationale Identität zu verlieren. Unsere Nachbarn, einige internationale Experten und jene, die nicht dem Wohl des Landes zuträglich sind, warten regelrecht auf den Zusammenbruch der Regierung”, sagt Ahmadzai.

Innerhalb der afghanischen Bevölkerung gibt es berechtigte Sorge und Angst hinsichtlich der Zukunft Afghanistans und Ashraf Ghani fügte zudem hinzu, dass auch Regierungsvertreter über die Zukunft des Landes besorgt sind.

Der Vier-Sterne General und Kommandeur der ISAF Truppen, General John Allen, stellte erst kürzlich drei konkrete Möglichkeiten vor, was die Verteilung und Präsenz der US Truppen in Afghanistan nach 2014 angeht. Das erste Szenario sieht den Einsatz von lediglich 6.000 US-Truppen im Land vor. Wo hingegen der zweite und dritte Plan ein maximales Kontingent von 10.000 bis 20.000 Truppen vorsieht. Derzeit befinden sich etwa 102.000 ISAF Soldaten in Afghanistan, das größte Kontingent mit 68.000 Soldaten stellen die US-Amerikaner.

Präsident Hamid Karzai wird in der kommenden Woche seinen amerikanischen Amtskollegen besuchen und über diese und andere sicherheitsrelevanten Themen diskutieren.

Der Mangel an Kapazitäten, mangelnde Ressourcen und eine funktional nicht existierende Luftwaffe sind hierbei die schwerwiegendsten Defizite der afghanischen Sicherheitskräfte im Land, sollten sie nach dem endgültigen Abzug der internationalen Streitkräfte die vollständige Kontrolle über den Schutz des Landes übernehmen wollen.

Um den Druck von den Sicherheitskräften zu nehmen, bemüht sich die afghanische Regierung die Taliban in die Friedensverhandlungen einzubinden. Pakistan signalisierte ebenso bereits die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, allerdings ist man da noch weit von entfernt.

Originalbeitrag in englischer Fassung:
Tolonews - Afghanistan Faces Uncertain Future: Ghani

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