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70% der inhaftierten afghanischen Frauen wegen Hausflucht verurteilt

Kabul – Die Chefin der parlaHausfluchtmentarischen Kommission für Menschenrechte, Zivilgesellschaft und Frauenbeauftragte Fawzia Koufi äußerte sich sehr besorgt über die in Afghanistan inhaftierten Frauen, dessen Großteil wegen häuslicher Flucht rechtskräftig von afghanischen Gerichten verurteilt wurde und seither in den Gefängnissen ihre Strafe absitzen.

Fawzia Koufi sagte das mehr als 70% der afghanischen Frauen inhaftiert seien die aufgrund versuchter Hausflucht in Gewahrsam sind, und dies sei nach afghanischer Rechtsauslegung nicht mal ein Verbrechen oder eine Straftat. Sie sagt “Dies ist ein sehr wichtiges Thema und jene Frauen die aktuell ihre Gefängnisstrafe absitzen nachdem sie versuchten aus dem Ehehaus zu fliehen. Wenn die Regierung nicht über eine ordentlich geregeltes Rechtsgrundlage in dieser Angelegenheit entscheiden kann, dann sollten sie sich an uns wenden um eine Regelung im Rahmen der schwierigen Umstände eine klare juristische Regelung zu finden um künftige Missverständnisse und Missbrauch der unklaren Rechtslage zu Gunsten von afghanischen Anwälten und der Polizei zum Nachteil der Frauen zu vermeiden”.

Der afghanische Justizminister traf sich in dieser Angelegenheit zusammen mit Frauen und Stellvertretern des afghanischen Innenministeriums um die Möglichkeiten zu diskutieren welche Präventionen man ergreifen kann um Frauen die häusliche Flucht begehen vor dem Gefängnis zu bewahren. Die afghanische Frauenministerin Husn Banu Ghazanfar sagte, dass die Inhaftierung afghanischer Frauen die aufgrund von Hausflucht verurteilt wurden, ist eines der wichtigsten Angelegenheiten welches in unserem Justizsystem noch behandelt werden muss. “Zwangsehen, der Altersunterschied bei den Paaren, häusliche Gewalt sind die Beweggründe und die wichtigsten Motive weshalb afghanische Mädchen und verheiratete Frauen die häusliche Flucht ergreifen”, sagt Husn Banu Ghazanfar.

Zwischenzeitlich äußerte sich der afghanische Justizminister Habibullah Ghalib, dass häusliche Flucht kein Verbrechen ist und basierend auf der afghanischen Rechtsgrundlage sollten solle Fälle nicht mal die afghanischen Gerichte erreichen. Die Realität sieht jedoch anders aus, denn mit häuslicher Flucht wird der Frau stets Ehebruch unterstellt und dieser Vorwurf wird von den Gerichten zur Strafe gebracht.
Er sagt “Häusliche Flucht ist keine Straftat und dies wurde bereits im vergangenen Jahr in diversen Sitzungen ausgiebig diskutiert. Das Thema wurde auch mit dem Vorsitzenden des obersten Gerichtshofes besprochen und wurde ebenfalls an die relevanten Institutionen und Organisationen des afghanischen Rechtsrat weiter geleitet”.

Ebenfalls äußerte sich der Stellvertreter des afghanische Innenministeriums General Mirza Mohammad Yarmand und sagte konkret, dass häusliche Flucht ohne Ehebruch keine Straftat ist und auf der Grundlage des afghanischen Rechtes auch nicht zur Strafe gebracht werden kann.

Berichten zufolge flieht die Mehrzahl der afghanischen Mädchen und Frauen von zu Hause um häuslicher Gewalt zu entkommen. Allerdings zieht die häusliche Flucht weitere schwerwiegendere Probleme nach sich und die Mehrheit jener die die Flucht ergreifen, bleibt die reuige Rückkehr zur Familie dennoch für ewig verwehrt.

Quelle:
Sadaf Shinari, 17.09.2012, Afghan Newspaper

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